Sonntag, 19. April 2015

Regierungsversprechen und Wirklichkeit

Hallo Ihr Lieben,

ich bin kein politisch engagierter Mensch. Ehrlich gesagt denke ich dass die meisten Politiker nur in ihrem eigenen Interesse handeln. Das zeigt sich schon daran dass sie Ihre Diätenerhöhungen selbst bestimmen und diese haben mit "Diäten" ja nun immer so gar nichts zu tun.

Aber darüber will ich mich hier gar nicht auslassen. Es geht um ein anderes Thema

Kinderbetreuung in Deutschland!

Es ist schon eine Weile her dass die Regierung große Sprüche gemacht hat dass jedes Kind einen Betreuungsplatz bekommen muss. Mütter sollen doch wieder arbeiten gehen können wenn sie das möchten, oder eben müssen.

Bei uns in Bamberg scheint das mit der Betreuung der allerkleinsten recht gut zu funktionieren. Zumindest habe ich hier noch kaum gegenteiliges gehört. Nur wie sieht es mit der Betreuung der größeren Kinder aus? Wir haben aktuell an unserer Grundschule das Problem dass für die kommenden Erstklässler nicht genug Mittagsbetreuungsplätze zur Verfügung stehen. Als ich vor ein paar Tagen am Spielplatz saß hat mich eine Bekannte angesprochen. Ihre Tochter kommt mit meinem Julian im Herbst in die Schule. Sie ist wie ich alleinerziehend und arbeitet Teilzeit. Deshalb hat sie ihre Tochter an unserer Grundschule für die Mittagsbetreuung angemeldet. Schon nach kurzer Zeit gab es die ersten Gerüchte dass es nicht genügend Plätze gibt. Nun haben die Mütter Gewissheit. Die ersten Absagen sind nun bei den Eltern eingegangen und wie ihr euch sicher vorstellen könnt sind die Absagen nicht gerade gut bei den Eltern angekommen. Wir hatten schon Unterschriften gesammelt und es gab soweit ich das mitbekommen habe auch eine Versammlung. Die Aussage des Direktors lautete "Es gibt noch Plätze in der Ganztagesklasse". Die Ganztagesklasse ist jedoch bei den Eltern nicht gerade sehr beliebt. Das hat verschiedene Gründe. Ich persönlich möchte auch nicht dass meine Kinder Montag - Donnerstag von 8:00 bis 15:30 Uhr und am Freitag bis Mittag in der Schule sein müssen wenn ich doch ab 13 Uhr zu Hause bin.

Das Problem ließe sich scheinbar auch relativ einfach lösen, da die Mittagsbetreuung über genügend Personal verfügt. Das Problem sind wohl die Räumlichkeiten. Es ist einfach nicht genug Platz für mehr Kinder. Ich muss dazu sagen dass die Mittagsbetreuung an unserer Grundschule nicht im Schulgebäude, sondern in einem extra Gebäude untergebracht ist. Bis vor kurzem war im Schulgebäude neben der Grundschule auch noch die städtische Musikschule untergebracht. Diese ist inzwischen umgezogen und hat nur noch einige wenige Zimmer. Laut Aussage des Direktors sind jedoch die freien Zimmer bereits wieder anderweitig vermietet.
Wir Eltern fragen uns nun natürlich wie so etwas sein kann. Warum wird die Mittagsbetreuung nicht mit ins Schulgebäude gelassen? Von einigen Eltern habe ich inzwischen schon gehört, dass die Mittagsbetreuung und der Schuldirektor nicht unbedingt miteinander sondern ehr gegeneinander arbeiten. Was wohl am meisten am Direktor liegt. Welche Gründe auch immer das hat.
Die Mütter mit denen ich bis jetzt gesprochen habe sind teilweise verzweifelt, weil sie einfach nicht wissen wie sie ihre Arbeitszeit mit den Schulzeiten in Einklang bringen sollen. Ich persönlich hatte auch mit dem Gedanken gespielt meine beiden Söhne zumindest an 2 Tagen in die Mittagsbetreuung zu geben, da ich ab August länger arbeiten muss. Da ich jedoch nur eine halbe Stunde länger, also täglich bis 13 Uhr arbeiten muss und meine Arbeitstelle zum Glück in der Nähe der Schule ist können meine Kinder nach der Schule auf die Arbeit kommen. Es hat auch seine Vorteile in einem kleinen Familienbetrieb zu arbeiten. Da ich also nicht unbedingt einen Platz brauche habe ich mich, auch aus finanziellen Gründen dagegen entschieden. Darüber bin ich nun ganz froh. Trotzdem beweget mich dieses Thema sehr. Denn ich kann mich gut in die Lage der Eltern hineinversetzen die nun ein Betreuungsproblem haben.

Das dürfte jedoch laut SGB VIII, Artikel 1 §24 gar nicht der Fall sein. Hier ein Textauszug:

 -Fassung vom Inkrafttreten ab 1. August 2013-
Anspruch auf Förderung in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege

(4) Für Kinder im schulpflichtigen Alter ist ein bedarfsgerechtes Angebot in Tageseinrichtungen vorzuhalten. Absatz 1 Satz 3 und Absatz 3 Satz 3 gelten entsprechend.

Das ist für mich einmal wieder typisch unsere Bundesregierung. Offiziel wird behauptet dass alles super ist und man sich für die Belange der Bürger einsetzt. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Das gleiche war es auch mit der Einführung des Elterngeldes. Nach der Geburt von Timo bekam ich noch Erziehungsgeld. Nach Julians Geburt dann Elterngeld. Insgesamt habe ich nach der Geburt von Julian weniger Geld bekommen, da das Elterngeld  aufgrund des vorherigen Verdienstes berechnet wurde und ich zu der Zeit nur Teilzeit gearbeitet habe. Wirklich profitiert haben vom Elterngeld nur diejenigen die vor der Geburt des Kindes viel verdient haben. Aber ich schweife schon wieder ab. Wir waren ja beim Thema Betreuungsplatz.

Einige könnten nun sagen dass es ja noch Plätze in der Ganztagesklasse gibt. Das stimmt durchaus. Aber sollte man als Eltern nicht selbst entscheiden dürfen wo und wie die Kinder betreut werden sollen? Viele Eltern sind auf die Betreuung angewiesen, weil keine Großeltern in der Nähe wohnen und sie aus finanziellen Gründen arbeiten müssen.

Viele der betroffenen Eltern sind nun auf der Suche nach Alternativen und Lösungen. Ich drücke ihnen die Daumen dass sich das auflöst und die Mittagsbetreuung vielleicht doch noch die Räumlichkeiten der Schule nutzen kann damit alle Kinder einen Platz bekommen. Und soweit es in meiner Macht steht werde ich die Eltern so gut es geht unterstützen. Denn wer weiß, vielleicht bin ich ja doch eines Tages auch auf einen Platz angewiesen.
Ich hoffe bei euch klappt die Betreuung der Kinder besser. Denn organisieren müssen wir Eltern schon oft genug und statt uns über die Betreuung der Kinder Gedanken zu machen würden wir doch viel lieber mit ihnen  etwas tolles unternehmen.

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