Sonntag, 7. Juni 2015

Reisebericht Wien Frühjahr 2015

Hallo Ihr Lieben,

Urlaub ist doch einfach etwas wunderbares. Endlich mal den Alltag hinter sich lassen und die Seele baumeln lassen. Leider ist der Urlaub aber auch immer viel zu schnell wieder vorbei und so ging es uns auch bei unserem Wien-Urlaub.

Nachdem wir in den letzten Jahren gar keinen richtigen Urlaub mehr gemacht haben und ich auch feststellen musste, dass der für dieses Jahr eigentlich geplante Urlaub am Meer wohl aufgrund der finanziellen Lage leider noch einmal verschoben werden muss kam der Trip nach Wien genau richtig.

Ich selbst war als Kind mehrfach in Wien, da dort die Cousine meines Opas gelebt hat. An diese Urlaube habe ich sehr viele sehr schöne Erinnerungen. Als Doris dann starb wurden auch die Wien Urlaube weniger. Zuletzt war ich 2000 in Wien. Es wurde also wirklich einmal wieder Zeit.

Montag, 25.05.2015:
Am Abreisetag haben wir uns mit dem Auto früh um 7 Uhr auf den Weg gemacht. Die Fahrt verlief ohne große Störungen. Wir hatten zwar einmal einen Stau, aber dort standen wir nur knapp 15 Minuten. Mein Vater hat die Fahrtroute durch Passau und an der Donau entlang gewählt. Landschaftlich eine sehr schöne Ecke, auch wenn ich mich frage warum es die "blaue" Donau heißt. Das ist ehr eine grau/braune Brühe.

Gegen 15 Uhr kamen wir dann in unserer Urlaubsunterkunft an. Von zu Hause aus hatten wir uns ein Zimmer im A & O Hostel Stadthalle in Wien gebucht. Schon beim einchecken gab es das erste Problem. Statt der bestätigten 457,50 Euro wollte die Dame 475 Euro. Der Fehler war jedoch dann schnell gefunden. Der PC hatte für Julian das Frühstück mit berechnet. Laut Buchungsbestätigung war es jedoch für ihn kostenlos.

Im Zimmer angekommen haben sich meine Kinder erst einmal wahnsinnig gefreut. Von der Buchung her wussten sie schon dass wir ein Stockbett im Zimmer haben werden. Wir hatten dann jedoch zusätzlich zum Doppelbett sogar 2 Hochbetten. So mussten sie sich mit dem oben schlafen nicht abwechseln. Das war jedoch auch schon das einzige positive an dem Zimmer. Als wir die Betten beziehen wollten (die Kinderbetten waren noch nicht bezogen), kam die erste Ernüchterung. Die Bettdecken waren fleckig. Ich vermute einmal Urinflecken und Blut. So etwas geht schon einmal gar nicht. Wir hatten vier Decken zur Auswahl und haben uns dann die saubersten ausgesucht. Bei den Aufstockbetten war jeweils ein Licht montiert. Diese gingen jedoch nicht, da die Kabel einfach nur lose runter hingen, es aber keine Verbindung zur Steckdose gab. Es gab noch einige weitere Kritikpunkte auf die ich jetzt nicht genauer eingehen will - Fenster war defekt und konnte nicht geöffnet werden, Griff am Schrank war lose, unter dem Stockbett haben wir einen Tischtennisball gefunden (würde nicht passieren wenn richtig geputzt wird). Kurzum kann ich euch von einem Besuch des A & O Hostel Stadthalle in Wien nur abraten. Das einzig positive war das Frühstücksbuffet. Die Auswahl war gut, es wurde schnell aufgefüllt und das Geschirr war sauber.

Nun aber zu meinem eigentlichen Blogbericht. Ich wollte euch ja vom schönen Wien erzählen. Nachdem wir unser Gepäck ins Zimmer gebracht haben sind wir gleich mal zum Westbahnhof spaziert. Der ist nicht weit vom Hostel entfernt und wir wollten uns dort schon einmal mit Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr eindecken, denn wenn wir in Wien sind bleibt das Auto während der Zeit immer stehen. Wien hat ein ausgezeichnetes Netz des öffentlichen Nahverkehres und so spart man sich die stressige und nervige Parkplatzsucherei. Wir wurden im Westbahnhof auch schnell fündig und haben uns dort für jeden eine Wochenkarte für 16,20 Euro gekauft. Mit der Karte kann man die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse nutzen. Da wir nun die Karten hatten sind wir gleich einmal zum Schwedenplatz gefahren. Die Kinder waren ganz aufgeregt, weil sie zum ersten mal U-Bahn fahren durften. Wobei Timo dann, als wir am Bahnsteig standen plötzlich nicht mehr wollte. Das war für ihn alles etwas zu aufregend. Mit ein wenig Zuspruch konnte ich ihn dann doch zum Einsteigen überreden und als er erst einmal im Zug stand und dieser los fuhr fand er es  doch super. Am Schwedenplatz angekommen sind wir gleich auf die dortige Eisdiele zu gesteuert. Dort gibt es in Wien das wohl beste Eis und wir mussten sofort austesten ob es noch so gut ist wie in unseren Erinnerungen. Ich kann euch sagen es ist immer noch so gut. Wir waren während unseres 5tägigen Aufenthaltes jeden Tag dort und haben uns ein leckeres "Schwedenplatzeis" gegönnt.


Danach sind wir mit der Straßenbahn weiter gefahren und an der Ringstraße ausgestiegen. Dort sind wir ein wenig herum flaniert und haben die beeindruckenden Gebäude auf uns wirken lassen. Ich bin jedes mal von der Architektur beeindruckt. Vor allem wenn man bedenkt dass die technischen Möglichkeiten damals mit den heutigen absolut nicht vergleichbar waren.
Irgendwann haben wir uns dann wieder auf den Weg zurück zum Hotel gemacht. Wo es noch ein Abendessen gab, wir uns frisch gemacht und geschlafen haben, damit wir für die kommenden Tage fit sind.

Dienstag, 26.05.2015:
Am nächsten Tag hatten wir nachmittags einen Termin, weshalb wir für diesen Tag nichts konkretes geplant hatten, sondern uns einfach treiben ließen. Wir sind mit der U-Bahn und Straßenbahn hin und her gefahren und wenn uns etwas interessiert hat sind wir ausgestiegen und haben es uns angesehen. Unter anderem sind wir da schon einmal beim Prater gelandet. Es war jedoch noch vormittags, so dass die Geschäfte noch geschlossen hatten und da das Wetter leider nicht so schön war sind dann weiter gefahren. Wir waren auch einmal in der Innenstadt beim Stephansdom und bei der Pestsäule.




Mittwoch, 27.05.2015: 


Für den Mittwoch hatten wir dann einen Besuch im technischen Museum eingeplant. Ich war selbst schon als Kind dort und hatte noch in Erinnerung dass es ein richtiges "Mitmachmuseum" ist und man viele Sachen selbst ausprobieren kann. Das finde ich vor allem für Kinder sehr schön, denn ansonsten sind Museen ja doch meistens recht trocken. Meinen Kindern hat das Technische Museum sehr gut gefallen. Sie haben Knöpfe gedrückt, Kurbeln gedreht, Seile gezogen und dann zugesehen was passiert. So kann man Technik "erleben" und versteht sie viel leichter. Ruck zuck waren ein paar Stunden vorbei und wir hatten alles gesehen und ausprobiert.


  

















Als wir das Museum verlassen haben mussten wir leider feststellen, dass das Wetter ziemlich aufgefrischt hat. Wir wollten jedoch eigentlich nach dem Museum ins Schloss Schönbrunn. Das bietet sich an, da das Schloss nicht weit vom Museum entfernt ist. Nachdem es aber so frisch und windig war und wir alle nur T-Shirts anhatten haben wir beschlossen schnell eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen, im Hotel die Regenjacken zu holen und dann noch einmal ins Schloss zu fahren. Dank der guten Verbindungen mit U-Bahn, Straßenbahn und Bus kein Problem.
Gesagt, getan und wir sind im Schlossgarten gelandet. Meine beiden Jungs lieben Brunnen aller Art und im Schlossgarten gibt es einige zu entdecken. Leider waren die Brunnen alle aus und meine Kinder doch etwas enttäuscht. Wir haben dann beschlossen in den Irrgarten zu gehen. Es gibt dort den Irrgarten, ein Labyrinth und einen sehr schönen Spielplatz. Dort sind wir eine ganze Zeit lang geblieben, denn der Spaß soll für die Kinder ja nicht zu kurz kommen.


Die Jungs wollten gerne noch in den Tiergarten, aber da es schon 16:30 Uhr war hätte sich das nicht mehr gelohnt. Außerdem war Julian inzwischen ziemlich ko. Wir sind stattdessen ein wenig im Schloßpark herum spaziert, haben ein Eichhörnchen beobachtet und sind beim Palmenhaus gelandet. Da es auch dafür zu spät war haben wir beschlossen am nächsten Tag noch einmal wieder zu kommen und das Palmen- und das Wüstenhaus zu besuchen.

Donnerstag, 28.05.2015:
Da wir erst vor noch gar nicht allzu langer Zeit die Filmreihe "Nachts im Museum" gesehen haben mussten wir natürlich auch einmal ins Naturhistorische Museum in Wien. Aus meiner Kindheit wusste ich noch dass es recht groß und sehr beeindrucken ist. Nicht zu vergleichen mit dem bei uns in Bamberg. Meine beiden Jungs haben sich vor allem auf die Dinos gefreut. Timo hatte jedoch nicht erwartet, dass es dort ein sehr echt aussehendes, sich bewegendes Modell eines Dinosauriers gibt. Er hat sich erst gar nicht in den Raum getraut. Ich muss jedoch selbst zugeben, dass mir das Modell Respekt abverlangt hat. Wir sind dann bestimmt gute 2 Stunden durch das Museum gelaufen und haben uns die verschiedenen Exponate angesehen.


Wieder draußen sind wir dann zur Hofburg gelaufen. Langsam hatten die Kinder dann jedoch keine Lust mehr und hungrig waren sie auch. Also haben wir uns ein Mittagessen gegönnt und sind danach noch einmal zum Schloss Schönbrunn gefahren. Dort haben wir  das Palmen- und das Wüstenhaus besichtigt. Schon alleine die Bauten sind äußerst beeindrucken. Das Palmenhaus ist ein richtiger Glasplast und die drei innen befindlichen Klimazonen beherbergen die unterschiedlichsten Planzen.
  
Im Wüstenhaus kann man neben der Flora auch noch die Fauna besichtigen. So gibt es dort Skorpione, Klapperschlangen, einige Vögel und Schildkröten zu besichtigen.
Gleich nach dem Eingangsbereich gibt es ein größeres Aquarium in das man hinein greifen kann. In dem Becken befinden sich Piranhas.
Nein quatsch, natürlich nicht. Im Becken wohnt ein Schwarm Rötliche Saugbarben. Die auch als Knabberfische bekannten Schwarmfische werden bereits seit Jahrhunderten zur Therapie von unterschiedlichen Hautproblemen eingesetzt. Neugierig wie ich bin musste ich natürlich auch einmal in das Becken greifen. Kaum hatte ich die Hand im Wasser hingen auch schon einige Fische dran. Das Gefühl ist ungefähr so als hätte man lauter kleine Saugnäpfe an der Hand. Meine beiden Jungs haben sich nicht so ganz getraut. Sie haben die Hand ins Wasser getaucht, aber sobald ein Fisch in ihre Nähe kam haben sie schnell wieder die Hand heraus gezogen. Wir sind dann durchs Wüstenhaus gelaufen und haben uns dort eine ganze Zeit lang umgesehen. Auf dem Rückweg kamen wir noch einmal an dem Becken mit den Knabberfischen vorbei.

 Ich hab noch einmal die Hand hinein gesteckt und versucht meine Jungs zu überreden dass sie sich doch auch einmal trauen sollen. Timo konnte ich bestechen. Ich habe ihm versprochen, dass er am Schwedenplatz 3 Kugeln Eis bekommt wenn er sich traut in das Becken zu greifen. Nach mehreren Versuchen bei denen die Angst doch größer war als die Lust auf Eis hat er sich dann doch getraut und die Hand drin gelassen. Was soll ich sagen? Manchmal muss man Kinder zu ihrem Glück zwingen. Es hat ihm total gut gefallen dass die Fische an seiner Hand hingen, er hat gelacht und sich gefreut. War gar nicht so einfach ihn wieder von dem Becken weg zu bekommen.
Klar dass die nächste Station dann der Schwedenplatz war, denn was man verspricht muss man auch halten und Timo hat natürlich seine drei Kugeln Eis bekommen.

Und da wir an dem Tag scheinbar noch nicht genug erlebt hatten sind wir dann auch noch auf dem Prater gelandet. Das Riesenrad dort ist ja eines der Wahrzeichen von Wien und muss deshalb natürlich auch angeschaut werden. Drin waren wir nicht. Timo hat es nicht so mit der Höhe und da ich als Kind das Problem auch hatte kann ich mich gut in ihn rein versetzen. Wir sind dann also über den Prater flaniert und waren doch recht erstaunt, dass viele Fahrgeschäfte, vor allem die für Kinder schon zu gemacht haben. Auf Nachfrage bei einer der Karusellbesitzerinnen kam dann die Antwort dass jeder sein Fahrgeschäft schließt wann er denkt und da in Wien keine Ferien waren und es mitten unter der Woche war haben die Kindergeschäfte eben früher geschlossen. Julian ist trotzdem noch mit ein paar gefahren. Timo wollte nicht. Ich glaube der war zu sehr damit beschäftigt die Erlebnisse des Tage zu verarbeiten. Dafür durfte Timo dann mit Bällen auf Blechschilder werfen und Julian ist mit seinem Opa noch einmal Autoscooter gefahren. 


Wir haben uns an einem der Stände noch etwas zum Abend essen geholt und unser Abendessen auf einer der Bänke genossen. Noch ein Blick auf die beleuchteten Geschäfte und wir sind wieder Richtung U-Bahn spaziert. Immerhin war es schon 20:30 Uhr. Wir hatten einen erlebnisreichen Tag hinter uns und nicht nur die Kinder waren ziemlich ko.

Freitag, 29.05.2015:
Der Freitag war schon der letzte Tag vor unserer Abreise. Wir haben uns an dem Tag noch das Heeresgeschichtliche Museum angesehen. Das fanden die Kinder nicht so interessant und auch ich hatte nicht mehr so recht den Elan. Auch wenn dort einige interessante Ausstellungsstücke standen. 

  
Nach dem Museumsbesuch sind wir durch den Park von Schloss Belvedere spaziert. Hat sich angeboten, da es in der Nähe des Museums ist. Die Jungs waren enttäuscht, weil die Brunnen wieder aus waren. Als wir dann von dem einen großen Brunnen weg gelaufen sind wurde dieser plötzlich eingeschalten und wir sind natürlich noch einmal zurück. 
Nach einem kurzen Zwischenstop am Schwedenplatz - Eis essen, ist klar, haben wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, der Donauinsel gemacht. Dort sind wir ein wenig herum spaziert, haben Schiffe angeschaut, Enten und  Schwäne beobachtet und sind dann über die Strecke des Vienna City Triathlon gehuscht um  am Ufer der neuen Donau entlang zu laufen und über die Ponte Cagrana, eine Pontonbrücke, über die neue Donau zu marschieren. Die Cafes und Restaurants am Ufer der Donau haben mich so richtig in Urlaubsstimmung gebracht und ich hätte dort locker noch einige Tage verbringen können. Meine Kinder haben jedoch eine Trampolinanlage entdeckt die sie magisch angezogen hat. Wie sich heraus stellte handelte es sich um die weltgrößte schwimmende Trampolinanlage. Klar dass meine beiden Jungs da mal springen wollten. 10 Minuten für 2,50 Euro waren ein angemessener Preis wie ich fand. Also sind die Jungs auf dem Trampolin verschwunden und mein Vater und ich haben uns auf eine Bank gesetzt, die Kinder beobachtet und einfach nur das Leben genossen. 
Als die 10 Minuten um waren sind wir alle noch ein wenig sitzen geblieben, bevor wir weiter in Richtung Reichsbrücke gelaufen und dort auf einem Spielplatz gelandet sind.
Mit dem Bus sind wir irgendwann zur nächsten U-Bahn-Station gefahren. Am Schwedenplatz gab es für alle noch ein großes Abschlusseis und von dort aus ging es in unser Hotel.

Die Kinder waren kaum im Bett gelegen als sie auch schon im Reich der Träume verschwunden sind.


Samstag, 30.05.2015:
Samstag war leider unser Rückreisetag. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir das Auto beladen und uns auf die Heimfahrt gemacht. Diese war zum Glück problemlos und wir waren gegen 17 Uhr wieder zu Hause.

Die 5 Tage in Wien waren einfach viel zu schnell vorbei. Ich konnte mich wieder einmal davon überzeugen dass Wien immer noch meine Lieblingsstadt ist. Warum ist schwer zu erklären. Obwohl es eine Großstadt ist ist es doch ganz anders als Berlin. Berlin ist laut und hektisch. Wien hat ein ganz anderes Flair. Die Wiener sind ein höfliches und entspanntes Volk. Das merkt man schon in den U-Bahnen. Auf den Rolltreppen stehen alle rechts, damit links jemand vorbei laufen kann der es eiliger hat und selbst am Bahndamm ist es recht entspannt. 
Meinen beiden Kindern hat Wien genauso gut gefallen wie mir und sie möchten dort auf jeden Fall noch einmal hin. Den Gefallen werde ich ihnen gerne tun. Nur ein anderes Hotel müssen wir uns suchen.

Ich hoffe euch hat der kleine Ausflug nach Wien gefallen, auch wenn der Bericht mal wieder etwas länger wurde, aber wir haben eben auch einiges erlebt und in Wien gibt es noch so viel mehr zu entdecken....

Kommentare:

  1. Wundervolle Bilder und ein schöner Bericht :o) Wien scheint ja wirklich eine Reise wert zu sein! War selber leider noch nie dort... Darüber werdet Ihr sicherlich lange zu erzählen haben :o)

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    1. Also ich kann dir Wien auf jeden fall empfehlen. Wenn du eine Städtereise machen möchtest bist du dort genau richtig :-D

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