Sonntag, 15. Mai 2016

Den Umgang mit Freunden verbieten

Hallo Ihr Lieben,

Freunde zu haben ist finde ich sehr wichtig. Ich persönlich habe eine Hand voll sehr guter Freunde und dann noch einige Bekannte mit denen ich gerne Zeit verbringe. Es heißt ja immer so schön dass Freunde die Familie sind die man sich selbst aussucht und ich kann mir ein Leben ohne meine Freundinnen kaum vorstellen.

Im Laufe eines Lebens lernt man viele Menschen kennen und es gibt immer wieder Veränderungen im privaten Umfeld. Meine beste Freundin kenne ich bereits seit über 20 Jahren und dafür dass wir uns Anfangs gar nicht leiden konnten sind wir nun umso enger befreundet. Wir haben schon so unglaublich viel miteinander erlebt - schöne Dinge, genauso wie schlimme. Sie ist meine engste Vertraute und ich kann ihr alles, aber auch wirklich alles erzählen. Sie kennt mein Leben und meine Geheimnisse genauso gut wie ich.

Es sind aber immer wieder neue Menschen in mein Leben getreten mit denen ich mich angefreundet habe. Einige sind nach wie vor noch da, andere sind nicht mehr Teil meines Lebens. Ich war schon als Kind so. Freunde finden war für mich nie ein Problem. Ich hatte meistens eine beste Freundin und noch ein paar andere Freundinnen. Das hat immer wieder einmal gewechselt. Meine Eltern haben mir da eigentlich nie rein geredet.

Der Eingriff ins Leben meiner Kinder:


Wie meine Eltern wollte ich das bei meinen beiden Söhnen auch immer handhaben. Nur leider habe ich meine Meinung hierzu inzwischen geändert. Timo ist seit dem Kindergarten mit einem Jungen befreundet. Die beiden verbindet mehr so eine Art Hassliebe. Sie streiten sich immer wieder einmal, aber das dauert meistens nicht lange. Irgendwie können sie nicht mit, aber auch nicht ohne einander. Das geht nun schon seit 7 Jahren so. Auch wenn ich häufiger mal von dem anderen Jungen genervt war habe ich Timo da nicht viel rein geredet. Es hat mich halt einfach genervt, wenn Timo (damals 4 oder 5 Jahre alt) einen Stecken oder einen Eiszapfen gefunden hat und der andere Junge den kaputt gemacht hat nur weil er soetwas nicht hatte. Timo fand das scheinbar nicht weiter schlimm und hat ihm immer wieder verziehen. Also war das für mich ok.

Meine Omas haben den anderen Jungen vor Jahren bei einer Geburtstagsfeier kennen gelernt und da schon gesagt dass er kein guter Umgang für meine Jungs ist. Damals habe ich noch gesagt dass das ja durchaus sein kann, ich ihnen aber bei der Wahl ihrer Freunde nicht rein reden möchte.

Wie bereits erwähnt ist das inzwischen etwas anders. Der Junge hat bei uns seit ein paar Wochen Hausverbot. Ich möchte weder dass er uns besucht, noch dass meine Kinder zu ihm gehen. Treffen auf dem Spielplatz kann man leider schlecht unterbinden, also sehen sie sich da immer noch und natürlich auch in der Schule. Schließlich sind sie beide in der gleichen Klasse.

Warum ich mich in die Freundschaften meiner Jungs einmische


Meine Meinung war wie gesagt immer, dass meine Kinder sich ihre Freunde selbst aussuchen sollen. Wenn es dann Streitereien gibt müssen sie lernen sie selbst zu schlichten. Hat eigentlich immer recht gut geklappt. Nur leider war die Freundschaft zu dem besagten Jungen eben schon immer etwas seltsam. Egal was er getan hat, Timo hat ihm immer alles verziehen. Wenn es nur um Kleinigkeiten geht finde ich das ja ok. Es ist schön, dass Kinder da noch viel offener und nicht so nachtragend sind wie wir Erwachsenen. Ich persönlich bin sehr nachtragend. Sicher nicht eine meiner besten Eigenschaften.

Schon seit längerem habe ich versucht zu vermeiden dass meine beiden den Jungen zu Hause besuchen. Er darf daheim leider alles machen was er möchte. Eine Zeit lang als die Kinder kleiner waren war ich bei den Besuchen immer mit dabei. Von daher weiß ich was bei denen zu Hause los ist. Wenn meine Kinder dort sind spielen sie eigentlich nur mit der Wii U oder dem Nintendo 3 DS. Dazu bedienen sie sich aus dem Naschschrank, essen Chips, Flips und Gummibärchen. 
Nun sind meine Kinder ja schon größer und Besuchen ihre Freunde ohne mich, aber der Ablauf ist trotzdem immer der gleiche. Da ich nicht möchte dass meine Kinder den ganzen Nachmittag nur zocken und dann auch noch Spiele spielen, die nicht für ihre Altersklasse geeigent sind habe ich es in letzer Zeit so gesteuert, dass der Junge und seine Schwester meistens zu uns kamen. Meine Kinder waren nur sehr selten, bei jedem 5. - 7. Treffen mal vorne bei ihnen. Hat sehr gut geklappt und damit konnte ich Leben. Wie vorher auch gab es zwischen den Jungs natürlich immer wieder Reibereien, aber gut, das ist ja überall so. Schlimm finde ich jedoch, wenn ich mitbekommen, dass der andere Sprüche raus haut von wegen: "Dem hau ich in die Fresse.", "Ich kill dich" usw. Schon mal nicht so schön. Noch viel schlimmer ist seine ewige Lügerei. Anfangs hat er halt bei Sachen übertrieben auch das machen alle Kinder mal. Da habe ich auch noch drüber hin weg gesehen.

Das erste mal richtig sauer wurde ich letztes Jahr Ende November als mich die Mutter des anderen Jungen angerufen hat und sagte ich solle Timos Schulranzen durchschauen, er hätte den HSU-Test von ihrem Sohn geklaut. Wir waren gerade erst heim gekommen und ich habe Timo gefragt ob er den Test hätte. Er sagte nein und eine Kontrolle des Schulranzens ergab dass das stimmt. Daraufhin hat die Mutter das Telefon an ihren Sohn weiter gereicht und er hat steif und fest behauptet dass Timo ihm den Test geklaut hätte. Im Laufe des Gespräches hat er sich immer weiter in Lügen verstrickt und irgendwann war es dann mit meiner Geduld zu Ende und ich habe ihn für die Geburtstagsfeier von Timo die eine Woche später war ausgeladen.

Als ich Timo am nächsten Tag fragte ob der Test wieder aufgetaucht ist meinte er nur der wäre unter der Bank gewesen. Timo hat ihm natürlich wieder verziehen und wir haben dann beschlossen, dass sein Freund doch zu seinem Geburtstag kommen darf. Da er mit uns im Auto fahren sollte, wurde er von der Mutter gebracht, weil sie nachfragen wollte, ob er jetzt wirklich mit darf. Im Laufe des Gespräches habe ich dann mitbekommen, dass der Test nicht in der Schule unter der Bank, sondern noch am gleichen Tag unter der Eckbank zu Hause bei dem Jungen aufgetaucht ist. Fand ich dann von der Mutter schon eine Sauerei, dass sie nicht bei uns angerufen und das aufgeklärt hat. Ich habe dann noch einmal mit ihrem Sohn gesprochen und ihn gefragt was seine ständige Lügerei soll und warum er seinen Freund versucht in die Pfanne zu hauen. Sowas geht gar nicht.

Timo hat den Vorfall schnell vergessen und es ging alles weiter wie bisher. Viele Lügen, dumme Sprüche ("Ich kill die ganze Familie Füllgraf" usw.) und Augenrollen meinerseits. Vor ein paar Wochen gab es dann den nächsten Vorfall. Der junge Mann war bei uns zu Besuch und hat meinen Jungs mehrere Legofiguren geklaut. Am nächsten Tag hat er behauptet die hätten wir ja alle doppelt und Julian hätte sie ihm geschenkt. Auch bei der Aussage hat er sich wieder in Lügen verstrickt. Ich finde es immer wieder erschreckend wie überzeugend dieses Kind mit 10 Jahren lügen kann. Der schafft es immer wieder sich raus zu winden.

Jetzt ist Schluss!

Dieser Vorfall war für mich dann jedoch ausschlaggebend um zu meinen Jungs zu sagen dass ich ihn nicht mehr im Haus haben möchte. Die Jungs haben ihm zwar auch das Verziehen, aber mir reicht es langsam. Vor 2 Wochen kam ein Anruf ob Timo auch auf den Spielplatz kommt. 2 seiner anderen Freunde wären auch da. Am Spielplatz angekommen waren die Freunde natürlich nicht da. Das war nur ein Vorwand um Timo zum Spielplatz zu locken. Total verschlagen dieses Kind. Da fehlen mir echt die Worte.

Mit seiner Mutter habe ich vor kurzem mal telefoniert. Da war ihre Tochter bei uns. Die ist übrigens das komplette Gegenteil von ihrem Bruder. Die Mutter fragte dann auch was vorgefallen wäre, weil er nicht mehr zu uns darf. Als ich es ihr erzählt habe, hat sie nur ganz resigniert gestanden, dass sie nicht mehr weiter weiß mit ihm. Auch zu Hause lügt er scheinbar ständig und die Mutter ist machtlos. Ich konnte ihr leider auch keinen Tipp geben. Was kann man machen wenn ein Kind ständig lügt? Da bin ich auch überfragt.

Meine Kinder sind auf jeden Fall nicht sehr begeistert weil ihr Freund nicht mehr kommen darf und haben mich schon gefragt wie lange das so bleibt. Darauf hatte ich keine richtige Antwort, denn wenn ich ehrlich bin wäre es mir am liebsten sie hätten gar keinen Kontakt mehr mit ihm. Ich bin wie gesagt sehr nachtragend!
Die Jungs haben ja zum Glück noch viele andere Freunde und sind oft anderweitig beschäftigt, so dass das Thema sicher in nächster Zeit nicht so aktuell ist. Außerdem wird das Wetter besser und die Treffen finden wieder häufiger draußen statt. Wie das mit besagtem Freund noch weiter gehen soll weiß ich auch noch nicht. Ich warte jetzt erst einmal ab.

Was meint ihr? War meine Entscheidung richtig in die Freundschaft einzugreifen, oder hättet ihr eure Kinder weiter machen lassen?

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