Sonntag, 12. Juni 2016

Weltmeister im Jammern

Hallo Ihr Lieben,

irgendwie habe ich das Gefühl dass immer mehr Menschen sich selbst gerne jammern hören. Ich selbst muss gestehen, dass auch ich gerne mal jammere. Das ist mir vor kurzem erst wieder sehr bewusst geworden als meine beste Freundin im Urlaub war. Normalerweise gibt es keinen Tag an dem wir nicht mehrfach durch What´s App Nachrichten miteinander kommunizieren. Wenn jedoch eine von uns im Urlaub ist gibt es eine Art stillschweigende Vereinbarung dass man der anderen ihre Ruhe lässt. Wir haben das nie wirklich vereinbart, aber es hat sich so eingebürgert und das finde ich auch vollkommen in Ordnung.

Vor kurzem war sie wie gesagt im Urlaub und schon am ersten Tag habe ich mich dabei erwischt, dass ich schon das Handy in der Hand hatte um ihr eine Nachricht zu schicken. Ich habe dann in mich hineingehört, ob das nun wirklich sein muss und bin zu dem Schluss gekommen dass es das nicht tut. Es ist schön am Leben eines geliebten Menschen jederzeit teilhaben zu können. Da finde ich What´s App wirklich sehr praktisch. Ich kann zwischendrin mal schnell fragen ob es demjenigen gut geht, mich verabreden, oder eben auch, um auf das ursprüngliche Thema zurück zu kommen, jammern.


Warum ist das so? Warum fallen einem die negativen Sachen meistens mehr auf als die positiven? Und vor allem, warum teilt man anderen meistens nur die negativen Aspekte mit? Ein Beispiel: Timo hat ja öfter mal schlechte Tage was die Konzentration an geht. Da greife ich gerne mal zum Handy und jammere meiner Freundin die Ohren voll. Wenn es am nächsten Tag super klappt schicke ich ihr jedoch keine Nachricht in der ich sage: "Mensch, heute war dein Patenkind super schnell und wir sind schon fertig!"

Ich gebe zu, es tut gut wenn ich gestresst bin und meine Freundin mich dann aufbaut. Wahrscheinlich ist es auch recht wichtig wenn man den Frust raus lässt und mich persönlich stört es nicht, wenn meine Freundin mir eine Nachricht schickt und sagt dass sie gestresst ist. Im Gegenteil. Ich freue mich dass ich an ihrem Leben teil haben kann und versuche sie dann wieder aufzubauen. Es gibt mir das Gefühl ihr immer nah zu sein auch wenn uns ein paar Kilometer trennen.

Bei uns beiden hält sich das gejammere aber in Grenzen. Wir sind beide alleinerziehend, verstehen die andere deshalb wahrscheinlich umso besser und wissen auch wie gut es tut wenn man sich einfach mal auskotzen kann. Danach kann man wieder mit neuer Kraft an den Alltag ran.

Es gibt aber auch Mensche in meinem Umfeld, die können scheinbar nur noch jammern. Soweit es mir möglich ist halte ich mich von diesen Menschen fern, denn das zieht mich persönlich sonst zu stark runter. Nicht falsch verstehen. Es ist nicht so, dass ich mit einer rosaroten Brille durchs Leben laufe und erwarte dass alles immer super ist. Auch ich jammere wie gesagt und alle meine Freunde dürfen mir auch gerne mal die Ohren voll jammern.

Wenn ich von Leuten jedoch immer wieder das gleiche Gejammere höre und es dann auch noch um Themen geht, die man persönlich selbst ändern kann, dann hört bei mir das Verständnis auf. Jemand der mir 50 mal erzählt, dass er seine Arbeit furchtbar findet oder zu wenig verdient kann von mir kein Verständnis erwarten, wenn er sich nicht nach einem anderen Job umsieht. Es gibt Dinge im Leben die kann man nicht ändern. Wenn jemand zum Beispiel schwer krank ist, kann ich durchaus verstehen, wenn derjenige deshalb häufiger jammert oder schimpft. Da kann man nichts dagegen machen und muss sich seinem Schicksal ergeben.
Jedoch habe ich kein Verständnis dafür wenn Leute sich über ihren Job, ihre Wohnung, ihre Beziehung oder anderes beschweren und nichts ändern.

Ein Sprichwort sagt: "Jeder geht seinen eigenen Weg und bestimmt damit sein Schicksal selbst!"
Dem kann ich in vielen Bereichen nur zustimmen. Vielleicht sollten wir lernen weniger zu jammern und mehr dafür zu tun dass es uns besser geht. Manchmal muss man eben auch etwas in seinem Leben ändern um glücklicher zu sein. Das habe ich bereits getan und ich kann nur sagen dass es seitdem in einigen Bereichen weniger zu jammern gibt.

Trotzdem habe ich mir auch noch vorgenommen in Zukunft weniger zu jammern. Ich möchte mehr versuchen auf die positiven Moment und Aspekte im Leben zu achten und so meine Lebensqualität weiter steigern. Mal schauen wie gut mir das gelingt.

Kommentare:

  1. Toller Beitrag und immerhin bist du schon viele Schritte weiter, als manch anderer auf dieser Welt. Nämlich zu reflektieren. Das machen sooooo wenige und deshalb merken die gewisse Dinge auch nicht.
    Ausserdem wird das 'Ich-Denken' immer mehr - finde ich zumindest. Viele schauen nur noch nach sich selbst. Wie du sagst, jammern einem die Ohren voll wie blöd der Job doch ist und das Geld stimmt ja auch nie. Bla bla blubb. Aber so schlimm kanns bei den meisten nicht sein, sonst würden sie dort weggehen. Das Jammern gehört irgendwie dazu. Sowieso in Deutschland hab ich das Gefühl. First world problems eben.

    Es gibt eben Leute, die suchen Lösungen. Andere suchen Ausreden.

    Schönen Abend wünsch ich dir.
    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Hallo Sarah,

      dass es Leute gibt die Lösungen suchen und andere die Ausreden suchen hast du sehr schön gesagt. Ja, das Gefühl habe ich auch.

      Und ich frage mich oft warum viele so jammern. Den meisten geht es doch verhältnismäßig gut. Wir haben aber verlernt dankbar zu sein für das was wir haben.

      Vielleicht wird das ja auch mal wieder besser. Ich persönlich werde auf jeden Fall mein bestes tun um noch positiver zu werden.

      Liebe Grüße zurück,
      Manu

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