Donnerstag, 29. September 2016

Mit Kind wird alles anders

Hallo Ihr Lieben,

den Satz "mit Kind wird alles anders" haben wir sicher alle schon einmal gehört. Wenn man noch keine Kinder hat lächelt man über den Satz nur. Auch ich habe mir das Leben mit Kindern damals noch anders vorgestellt. Aber was ändert sich denn nun wirklich? Und wie sieht die Vorstellung zur Realität aus? Hier ein paar Beispiele.

Vorstellung:
  • Endlich Zeit zum Schminken! Als ich schwanger war habe ich mich sehr darauf gefreut, dass ich endlich mehr Zeit für mich haben werde. Endlich kann ich mich jeden Tag schminken und stylen. Schließlich bin ich dann ja den ganzen Tag zu Hause
Realität:
  •  Schminken? Was ist das? Für sowas habe ich keine Zeit. In den ersten Wochen und Monaten war ich froh wenn ich es mal unter die Dusche geschafft habe. Ein ausgiebiges Bad ist schon gleich dreimal nicht drin gewesen. Geschminkt habe ich mich in der Zeit noch viel seltener und jetzt, wo meine Kinder größer sind ist es trotzdem noch oft hektisch und ich schminke mich weiterhin nicht.
Vorstellung:
  • Mein Mann, mein Kind und ich führen ein tolles Familienleben.
Realität:
  • Das Familienleben hat man schon, aber das Eheleben bleibt erst mal ziemlich auf der Strecke. Wenn man nachts alle 2 Stunden aufstehen muss um das Kind zu füttern schlaucht das ganz schön. Ich war noch nie in meinem Leben so müde wie in der Zeit. Das war auch die Zeit in der ich gelernt habe im sitzen zu schlafen, ganz egal was um mich herum passiert. Davor war das völlig undenkbar für mich. Bei mir persönlich gab es leider auch nicht viel Unterstützung vom Kindsvater. Der hat nachts zwar immer schön durchgeschlafen (so einen gesegneten Schlaf muss man erst mal haben wenn ein Baby plärrt), aber er hat es nicht einmal früh am Wochenende eingesehen aufzustehen. Das hat natürlich nicht gerade zur guten Ehe beigetragen. Wie es geendet hat wisst ihr ja.
Vorstellung:
  • Dann geh ich öfter mal mit Freundinnen tagsüber nen Kaffee trinken.
Realität:
  • Als Timo auf die Welt kam war ich im Bekanntenkreis die einzige mit Kind. So kam es, dass meine Freundinnen alle arbeiten waren und ich mit Kind zu Hause saß. Bei Julian war das dann zum Glück anders. Meine beste Freundin wurde einen Monat nach mir schwanger und auch eine andere Freundin bekam kurz nach mir ein Kind. Außerdem hatte man da schon durch Kindergarten usw. mehr Kontakte zu anderen Müttern geknüpft. Das mit dem tagsüber Kaffee trinken gehen ist jedoch eine Seltenheit geblieben. Und die Tage im Jahr an denen ich meine beste Freundin mal ohne Kinder sehe kann ich locker an einer Hand abzählen.
 Vorstellung:
  • Da ich mehr zu Hause bin kann ich auch öfter putzen.
 Realität:
  • Wenn ich darüber nachdenke könnte ich mich heute kaputt lachen wie blauäugig ich doch war. Mehr putzen? Ja klar, da 2 Jungs durchs Haus wuseln wäre das sicher notwendig, aber auch hier war man gerade in der Anfangszeit froh wenn man das nötigste geschafft hat. Bis ich ein Kind bekam habe ich ohne Trockner gelebt. Das hat sich, da ich ein Spuckkind hatte, ganz schnell geändert. Das mit dem Putzen ist inzwischen besser geworden. Meine Jungs machen zwar immer noch Dreck, aber mit 10 und 7 kann man sie erstens auch mal mit einspannen und zweitens muss ich nicht mehr alle paar Minuten schauen was sie anstellen und so problemlos wischen.
 Vorstellung:
  • Endlich habe ich Zeit zum Lesen.
Realität:
  • Leider auch pures Wunschdenken. Natürlich wird immer gesagt, dass Babys erst mal viel schlafen. Das stimmt theoretisch schon. Mein Großer ist jedoch immer beim trinken eingeschlafen. So hat sich das Füttern also ewig hingezogen. Als er dann endlich geschlafen hat hab ich mal schnell die Waschmaschine eingeschalten, die Flaschen sterilisiert, die nächste Mahlzeit vorbereitet und schwupps, schon wieder Hunger. Dann ging alles von vorne los. Manchmal hat man sich dann auch einfach mit dem Kind schnell hingelegt, weil man total kaputt war. Aber Zeit zum Lesen habe ich erst, seit meine Kinder größer sind. Sie spielen viel miteinander oder sind auch öfter mal mit Freunden unterwegs. Da kann ich jetzt wieder lesen.
 Wenn man ein Kind bekommt wird wirklich alles anders. Plötzlich ist da ein kleiner Mensch den man über alles liebt und für den man sein eigenes Leben hergeben würde ohne lange zu fragen. Diese Liebe übertrifft alles was ich vorher gekannt habe. Und das ist nur eine Veränderung. Man selbst, die Partnerschaf, der Körper, die Sichtweise, die Prioritäten, alles verändert sich.

Plötzlich hat man weniger oder keine Zeit mehr für Hobbies, Sport, Hausputz und Freunde. Das kann für andere, wie auch für einen selbst eine ganz schöne Belastungsprobe werden.

Je nachdem welchen Sport man macht kann man den evtl. auch mit Kind ausüben. Ich war z. B. einige Zeit in einem Frauenfigurstudio. Da meine Kinder recht brav sind durfte ich die beiden mitbringen. Sie wurden jedoch älter und größer und es wurde ihnen dann doch schnell langweilig. Fitnessstudios mit guter Kinderbetreuung sind bei uns schwer zu finden und meine Kinder sind dafür wahrscheinlich inzwischen auch zu groß.

Lesen und putzen hat jahrelang sehr schlecht geklappt. Inzwischen wird das jedoch immer besser. Die Jungs gehen auch mal alleine zu Freunden oder auf den Spielplatz und da kann ich die Zeit sinnvoll nutzen. Oder ich putze das Erdgeschoss wenn ein Freund meiner Kinder zu Besuch ist. Die sind dann eh oben im Kinder- oder Wohnzimmer und ich kann entspannt unten sauber machen.

Auch Freundschaften können sich ganz schön verändern. Meine beste Freundin wurde die Patentante von meinem Großen. So hab ich dafür gesorgt, dass da der Kontakt nicht abbricht nur weil ich ein Kind habe und sie keines. Durch Babyschwimmen und andere Kurse findet man dann neue Bekannte. Richtige Freundschaften sind jedoch dann erst in der Kindergartenzeit entstanden. Ich habe das Gefühl, dass mir im Laufe der letzten Jahre der Kontakt zu meinen Freundinnen immer wichtiger wurde. Leider hat man jedoch nicht mehr soviel Zeit um sich zu treffen. Mit meiner beste Freundin treffe ich mich meistens nachmittags zusammen mit unseren Kindern. Ohne Kinder sehen wir uns wie gesagt ehr selten. Dafür telefonieren wir häufig, halten tagsüber Kontakt über Whats app.

Und noch ein Spruch oder besser gesagt eine Erfahrung von mir:


Es wird besser!

Kann ich nur bezeugen. Vor Jahren war es für mich noch undenkbar am Wochenende mal etwas länger zu schlafen. Meine Kinder sind zwar auch jetzt noch spätestens um 7:30 Uhr wach, aber ich kann trotzdem bis 9 Uhr liegen bleiben weil sie zusammen was spielen.
Im Monat schaffe ich wieder 1 - 2 Bücher, mit einer Freundin treffe ich mich einmal in der Woche zum Sport und wenn ich mal Frühstücken gehen möchte nehme ich halt Überstunden und mache das während die Kinder in der Schule sind, oder ich gehe in den Ferien zusammen mit meinen Kindern.


Mit Kind wird wirklich alles anders. Einiges besser, andere Sachen anstrengender und komplizierter Aber ich denke wenn man bereit ist sich ein wenig umzustellen und Kompromisse zu schließen kann man auch mit Kindern Sport machen, seinem Hobby nachgehen und Freundschaften pflegen. Aber es ist auf jeden Fall anders als vorher.

Kommentare:

  1. Ein wundervoller Post ♥
    Und ich kann jedes einzelne Wort unterschreiben...
    Ganz lieben Gruß,
    Moni

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