Sonntag, 18. September 2016

Mutter-Kind-Maßnahme: 3 erlebnisreiche Wochen

Hallo Ihr Lieben,

hier nun wie versprochen ein kleiner Reisebericht zu unserem Kuraufenthalt in der Ostseeklinik in Grömitz.
 

Chaotischer Start:

Am 03.08.2016 ging es endlich los. Wir waren alle ziemlich aufgeregt und schon sehr gespannt was sie nächsten 3 Wochen auf uns zukommt. Um 7:26 Uhr sollte unser Zug in Bamberg weg fahren. Da ich immer gerne etwas früher dran bin und wir noch beim Bäcker was zu essen und am Kiosk für die Jungs Zeitschriften holen wollten sind wir schon um 6:50 daheim los gelaufen. Das war auch gut so, denn der Weg zum Bahnhof der eigentlich nur knapp 10 Minuten zu Fuß dauert hatte es an dem Tag in sich.
Hier eine Kurzfassung, da der Bericht sonst zu lang wird: der Schultergurt von der Sporttasche ist kaputt gegangen, Julian hatte eine Scherbe im Schuh, der Rucksack ging auf und einiges vom Proviant ist den Hang runter ins Gebüsch gekullert, im Zug hat mein Kreislauf schlapp gemacht und ich stand kurz vor einer Ohnmacht.
Am liebsten hätte ich mich einfach nur heulend zusammen gekauert. Ich war nervlich voll am Ende. Zum Glück wurde es nach einiger Zeit besser und wir konnten die Zugfahrt genießen. Wir mussten 3 x umsteigen und das hat super geklappt. Im vorletzten Zug ist mir dann aufgefallen, dass ganz viele Mamas mit Kindern unterwegs sind. Da hat man sich natürlich gefragt, ob die alle auch auf Kur fahren und einige davon vielleicht sogar mit bei uns in der Klinik sind. Eine Mama, die mit ihren 2 Kindern vor uns saß habe ich dann angesprochen und die waren tatsächlich auf dem Weg in die gleiche Kurklinik. So hatten wir gleich die erste Bekanntschaft gemacht. An der Stelle viele liebe Grüße an dich Steffie.
Am Zielbahnhof gab es dann noch eine kleine Verwechslung und es hat etwas gedauert bis wir unseren Shuttlebus gefunden haben. Der hat uns dann aber flugs ans Ziel gebracht. In der Kurklinik war dann einiges Gewusel. Schließlich sind mehrere Familien gleichzeitig angekommen und jeder wollte seinen Schlüssel. Das Personal hatte das jedoch sehr gut im Griff und so haben wir unseren Schlüssel und eine kleine Führung bekommen damit wir auch gleich wissen wo die wichtigsten Sachen sind.
Als wir unsere Appartmenttüre aufgesperrt haben war dann die Freude groß als wir sahen dass die Koffer auf dem Zimmer standen. Wir haben uns nur kurz frisch gemacht und dann sind wir gleich zum Strand gelaufen. Ich kann euch sagen, dass war einfach herrlich. Wir haben unsere Schuhe ausgezogen und sind barfuß am Strand lang. Da war uns auch das Regenwetter ziemlich egal.

Beim Abendessen im Speisesaal wurde einem dann der Tisch zugewiesen, an welchem man die 3 Wochen sitzen würde. Lustig war, dass unsere Zugbekanntschaft tatsächlich am Tisch hinter uns saß und so kam es, dass wir danach gleich noch auf dem Spielplatz gelandet sind.

 In den Tag hinein leben:

In den drei Wochen haben wir kaum Pläne gemacht. Wir haben einfach getan wozu wir Lust hatten. Sind mit dem Fahrrad rum gefahren, zum Jachthafen gelaufen, waren Eis essen. Kurz gesagt, wir haben die Zeit einfach genossen.

Abends nach dem Essen waren wir meistens noch draußen und die Kinder haben im Grömmelland oder auf dem Spielplatz gespielt. Manchmal sind wir auch noch einmal zum Strand oder an der Kurpromenade entlang gelaufen. Je nachdem wonach uns der Sinn stand.

 

Die erste Woche - 03.08.2016 - 10.08.2016:

Die ersten beiden Tage ist man erst einmal mit organisatorischem beschäftigt. Man hat Arztgespräche, schaut sich ein wenig in der Klinik um, holt sich die Leihfahrräder und beim Strandkorbverleih den Schlüssel zum Strandkorb. Übrigens sind die Leihfahrräder und der Strandkorb ein kostenloser Service der Klinik welcher wirklich super ist.


Am Samstag haben wir dann eine Erkundungsfahrt mit dem rasenden Benno durch Grömitz und einen Ausflug zum Zoo gemacht. Trotz nicht so tollem Wetter hatten wir einen super Tag.
Montag ging es dann mit den Anwendungen los. Also schnell frühstücken, Kinder in die Betreuung und ab gehts. Ich muss sagen, dass ich in der ersten vollen Woche irgendwie nicht wirklich richtig zur Ruhe kam. Bin zu den Terminen gehetzt, hab die Einweisungen für die ganzen Räume mitgemacht, da man die sonst nicht nutzen darf und habe nur zwischendrin immer mal kurz gelesen. Nachmittags war ich dann mit den Kindern am Strand, im Grömmelland, oder wir sind die Strandpromenade lang gelaufen. Von der Strandpromenade waren meine Kinder recht angetan. Alle paar Meter gab es einen Spielplatz oder einen Brunnen. Da waren sie in ihrem Element.

 

Die zweite Woche - 11.08.2016 - 17.08.2016:

Im Laufe der zweiten Woche hatte ich das Gefühl langsam wirklich angekommen zu sein. Die organisatorischen Sachen waren geklärt, man hat sich an die Termine einigermaßen gewöhnt und angefangen loszulassen. Ich habe mir bewusst Zeit für mich genommen. Wenn ich mit meinen Anwendungen so weit fertig war habe ich mir die Strandtasche und mein Kindle geschnappt und mich auf den Weg zum Strand gemacht. Dort habe ich mich in den Strandkorb gesetzt und einfach die Ruhe genossen. Nachmittags habe ich dann zusammen mit den Jungs etwas unternommen. 
Am zweiten Wochenende wurde von der Kurklinik ein Ausflug auf die Insel Fehmarn angeboten. Das Angebot haben wir gerne angenommen. Wir sind mit dem Bus dahin gefahren und waren dann 4 Stunden im Galileo Museum. Das Museum besteht aus 2 Bereichen - dem Museum TECHNIK und dem Museum NATURKUNDE. Das technische Museum war echt super. Ein richtiges Mitmachmuseum bei dem man ganz viele tolle Sachen machen konnte. Leider war die Draisine kaputt. Das hat das Erlebnis etwas geschmälert, da Timo sich besonders darauf sehr gefreut hatte.

Das Naturkundemusuem mit Uhrzeitbereich fand ich jetzt nicht so toll und habe mich geärgert, dass wir dafür Geld ausgegeben haben, aber gut, beim nächsten mal wissen wir es. Der Bus hat uns dann beim Museum wieder abgeholt und nach Burg gefahren. Dort haben wir schnell etwas gegessen und im Supermarkt eingekauft, bevor es auch schon wieder zurück ging.

 


Vom 15. - 19.8. waren wir dann nachmittags ziemlich ausgebucht. Entweder die Kinder hatten sich für Aktivitäten mit den Betreuungsgruppen eingetragen, oder ich hatte Nachmittagstemine. Da blieb nicht mehr viel Zeit um größere Ausflüge zu machen. Aber die Kinder waren mit den Gruppen beide im Kino und Timo war auch noch einmal Minigolfen. Mit Julian war ich an einem Nachmittag an dem Timo sich für eine Aktivität eingetragen hatte dann auch beim Minigolfplatz.

Am 17.08. gab es Nachts noch ein Feuerwerk welches vom Strand aus gezündet wurde. Wir sind an dem Abend am Strand entlang spaziert und haben uns dann von einem Steg aus noch das Feuerwerk angeschaut. Ein toller Tagesabschluss.

 

Die dritte Woche - 18.08.2016 - 24.08.2016:

  Obwohl wir im August auf Kur waren hat es das Wetter leider nicht so gut mit uns gemeint. Es waren im Schnitt um die 25 Grad und die Ostsee war ziemlich frisch. Richtig geschwommen sind wir dort gar nicht, aber wir waren trotzdem immer wieder mal drin. Und da das Wetter zum Baden nicht so gut war waren wir dann auch 2 x in der Grömitzer Welle. Das ist ein Hallenbad mit aufbereitetem Ostseewasser. Dort gibt es ein Wellenbad, eine Rutsche und einen Strömungskanal. So hatten wir Wasserratten wenigstens ein bisschen Wasser.
Wir waren auch alle drei zusammen nochmal Minigolf spielen und haben eine Fahrradtour Richtung Lensterstrand gemacht.
 An einem Abend sind wir dann zur Tauchgondel und haben die Fahrt mitgemacht. Ist sehr spannend, wenn man mit der Gondel abtaucht und dann einen Meter über dem Meeresboden hängt. Man kann in der Gondel herumlaufen, sich alles ansehen und die netten Herren in der Gondel erklären einem auch was man da so sieht. Sehr witzig muss ich sagen und die Kinder wurden auch mit eingebunden. Das war ein ganz besonderes Erlebnis und ich kann es nur empfehlen.
Die letzten Tage haben wir bewusst genossen und vor allem den Dienstag vor der Abreise  haben wir es uns gut gehen lassen. Ich hatte an dem Tag zum Glück nur recht früh 2 Anwendungen und dann den restlichen Tag frei. Also haben wir, als ich fertig war die Strandtasche gepackt und sind erst einmal zu unserem Strandkorb. Die Jungs haben nochmal am Strand gespielt und ich konnte ein wenig lesen. Zwischendrin haben wir uns einen Crepe gegönnt und Mittags sind wir schön Essen gegangen. Klar, dass die Kurpromenade noch einmal unsicher gemacht werden musste. Ich habe mir zur Erinnerung eine tolle Handtasche gekauft und die Jungs haben sich mit Zeitschriften für die Rückfahrt eingedeckt. Zum Abschluss haben wir dann noch eine Mini-Kreuzfahrt entlang der Küste gemacht und uns ein großes Eis gegönnt.
Bevor wir wieder zurück in die Klinik sind waren wir noch einmal eine halbe Stunde am Strandkorb und dann hieß es auch schon sich langsam auf den Weg machen. Die Koffer mussten noch gepackt und abgegeben werden, da wir diese am Mittwoch wieder mit Hermes zurück geschickt haben.


Abreise:

Ganz ehrlich, ich wollte gar nicht mehr nach Hause. Am liebsten wäre ich noch länger geblieben, aber leider musste ich am Donnerstag kurz auf die Arbeit und es gab auch keine Ferienwohnungen mehr zu mieten, da am 24.08.2016 der Lichtersommer in Grömitz zu Ende ging und das viele Touristen angezogen hat. 
Also mussten wir eben doch am Mittwoch früh um 7 Uhr aufstehen als der Wecker geklingelt hat. Wir haben die restlichen Sachen gepackt und sind zum Frühstücken gegangen. Unser Shuttlebus sollte um 8 Uhr los fahren und da wir beim Essen nicht sehr lange gebraucht haben konnten wir sogar nochmal kurz zum Meer und ein letztes mal den Blick schweifen lassen.
Die Heimfahrt war dann leider alles andere als entspannt. Erst standen wir 45 Minuten lang auf der Strecke weil bei Büchen ein Stellwerk kaputt war und haben deshalb unseren Anschlusszug in Lüneburg nicht erwischt. Dann war der nächste Zug voll und wir sind in Lüneburg statt wie geplant um 12 Uhr erst um 14 Uhr weg gekommen. Und da das scheinbar noch nicht genug war musste auch der ICE mal mitten auf der Strecke halten und wir haben in Würzburg ebenfalls den Anschlusszug verpasst. Statt um kurz vor 17 Uhr kamen wir dann erst um 19:19 Uhr daheim in Bamberg an. Nach 11 Stunden unterwegs waren wir ziemlich ko. Wir haben dann am Bahnhof noch was zum Essen gekauft und mein Vater hat uns heim gefahren. Der war total süß. Meinte, nachdem er bei uns vorm Haus geparkt hat wir müssten noch kurz warten. Er hat für die Jungs eine Seifenblasenmaschine auf den Briefkasten gestellt und die waren hin und weg.
In der Küche erwartete uns ein Herz aus Kirschtomaten, eine Schüssel Mirabellen und für die Kinder ein kleines Päckchen mit Leuchtknete. Das nenne ich mal einen herzlichen Empfang. Meine Eltern haben aber auch ganz schön gejammert. 3 Wochen ohne Enkelkinder war für sie eine harte Zeit.


Tja, das war also nun unser Bericht. Nicht gerade kurz, aber 3 Wochen sind eben nun einmal lang und wir haben wirklich viel erlebt.
Es waren 3 ganz tolle Wochen und ich kann eine Kur auf jeden Fall weiter empfehlen. Ich konnte in der Zeit wirklich komplett abschalten und habe es geschafft all den Alltagsstress und Ärger komplett zu vergessen. Seit ich hier bin habe ich oft zu hören bekommen dass ich total erholt und entspannt aussehe und ich fühle mich auch immer noch so, obwohl wir schon wieder über 3 Wochen da sind, ich arbeite und wir den Rest der Ferien ständig unterwegs waren. Wenn es doch mal stressiger wird halte ich kurz inne, atme tief durch und denke an Grömitz.

Eines ist sicher. Ich werde versuchen mit den Jungs noch einmal auf Kur zu gehen bevor Timo zu alt ist und auch an der Ostsee waren wir sicher nicht zum letzten mal. Die Jungs haben schon gesagt dass sie da wieder hin wollen und ich bin gerne bereit dafür schon mal das sparen anzufangen.

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