Donnerstag, 10. November 2016

Man kann nicht immer alles planen

Hallo Ihr Lieben,

ich bin eigentlich ein sehr strukturierter Mensch und plane total viel und gerne. Manchmal ist das ja ganz gut, aber hin und wieder mache ich mir damit auch einfach selbst viel Stress. Z. B. wenn ich nachts im Bett liege und noch Tages- oder Wochenpläne schmiede.

Zum Glück habe ich im Laufe der letzten Jahre gelernt zu akzeptieren, dass sich das Leben eben nicht immer planen lässt und man auch flexibel und spontan sein muss. So versuche ich ein gutes Mittelmaß zu finden und zwar viele Sachen zu planen, mir aber trotzdem noch Freiraum für unvorhergesehenes zu lassen.

Listen:

Ich oute mich nun mal. In vielen Sachen bin ich ein echter Kontrollfreak. Ich erstelle für mein Leben gerne Exceltabellen für alle möglichen Bereiche. Oft ist das ganz praktisch, weil man schnell Zugriff auf Daten hat. Manchmal muss ich jedoch über mich selbst den Kopf schütteln weil ich mich frage ob es sich lohnt dafür Zeit zu investieren. 2 Beispiele:

1. sinnvolle Tabellen:
Schon vor Jahren habe ich eine Excell-Tabelle angelegt in der ich meine fixen Ausgaben notiert habe. Die Tabelle besteht aus 2 DIN A4 Seiten. Auf Seite 1 stehen die Fixkosten die ich jeden Monat habe (Hausabzahlung, Telefon, Stadtwerke, Lebensversicherung, usw.) und die Einnahmen (Gehalt, Unterhalt, Kindergeld). Auf Seite 2 sind dann die Monate Januar - Dezember mit den fälligen Zahlungen gelistet (GEZ, Grundsteuer, Versicherungen). Diese Liste aktualisiere ich regelmäßig und habe so immer einen Überblick über meine Finanzen. Hat sich z. B. bei der Umschuldung meines Hauses als sehr gut herausgestellt. Der Filialleiter meiner Bank war sehr beeindruckt und meinte ich kann jederzeit noch einen Kredit haben wenn ich einen brauche. Ich glaube nicht dass das vielen alleinerziehenden die Teilzeit arbeiten auch passieren würde.

2. nicht unbedingt notwendige Tabelle:
Davon gibt es sicher einige. Eine davon ist eine Tabelle in der ich meine ganzen Produkttests gelistet habe. Anfangs habe ich das getan weil ich es interessant fand zu sehen, was ich denn so alles getestet habe. Da ich ja so gut wie über alles blogge ist diese Liste aber inzwischen völlig unnötig: Zur Not kann ich ja auch auf dem Blog nachsehen und eigentlich habe ich auch nie in diese Liste geschaut.

Immer wieder erwische ich mich dabei dass ich neue Listen anlege. Vor kurzem z. B. habe ich eine Liste für meine ebay Kleinanzeigen Verkäufe gemacht. Einfach nur um den Überblick zu behalten. Da habe ich eingetragen wer der Käufer ist, dann gab es eine Spalte für die Bezahlung und eine wenn ich verschickt habe. Kontrollfreak eben.  Aber das finde ich nicht wirklich weiter schlimm. Es ist halt manchmal etwas zeitaufwändig.

Pläne:

Auch Pläne mache ich sehr gerne. Aber manchmal plant und plant man und dann kommt doch alles anders als geplant. Bis vor 2 Jahren war das dann für mich eine ziemliche Katastrophe. Inzwischen sehe ich das ganz entspannt. Dann fällt eben mal ein Termin weg. Macht nichts. Wird spontan was anderes gemacht.

Mit Kindern ist es dann jedoch häufig leider so dass die total enttäuscht sind wenn etwas nicht läuft wie geplant. Ich versuche meinen Kindern beizubringen dass das kein Beinbruch ist und man dann eben einfach etwas anderes macht. Meistens klappt das recht gut und sie akzeptieren das dann auch.
Schlimm ist es für sie jedoch, wenn das Papawochenende mal wieder ausfällt weil ihr Vater sie vergessen hat, so wie vor einger Zeit. Da muss ich als Mama dann schnell einen Alternativplan aus dem Hut zaubern um sie möglichst abzulenken. Kann ganz schön anstrengend sein.


Im Leben kann man versuchen so vieles zu planen, aber dann kommt einem eben das Leben dazwischen. Beispiele gefällig?
  1. Ich verabrede mich mit einer Freundin. Endlich mal ein Treffen ohne Kinder. Kommt selten vor und deshalb habe ich mich besonders darauf gefreut. - Kurz bevor ich weg fuhr kam dann jedoch eine Whats App von meinem Großen dass er gerade Panik hat und ich ihn bitte beim Papa abholen soll. Er wollte nicht dort schlafen. Und das war es dann mit meinem tollen Plan.
  2. Anfang des Jahres setze ich mich hin uns rechne aus wieviel Geld ich zusätzlich für das Haus am Jahresende abzahlen kann. - Dann eröffnet mir mein Exmann dass er den Job wechselt und nach einem Anruf bei der Anwältin erfahre ich, dass wir dann einen neuen Pfändungsantrag stellen müssen. Also wieder ein paar Monate kein Unterhalt und somit auch kein Geld um es auf Seite zu legen.
  3. Wir fahren zur Kur, im August, Hochsommer am Meer, super. - Irgendwie kam der Hochsommer dann erst in der letzten Augustwoche und da waren wir schon wieder zu Hause. Statt im Meer sind wir also in den Sommerferien im Freibad zu Hause geschwommen.
  4. Wir sind verabredet, aber leider dauern die Hausaufgaben ewig und dann lohnt sich ein Treffen nicht mehr.
Ich könnte noch unzählige weitere Beispiele anfügen, aber ihr kennt das sicher auch alle.

Wichtig ist, dass man sich dann nicht rein stresst. Man kann eh nichts dran ändern, also warum darüber aufregen? Es ist einfach so und wenn man aus der geänderten Situation das beste macht kann die Alternative zum vorherigen Plan doch auch ganz toll sein. Da die Hausaufgaben bei uns häufiger länger dauern planen wir momentan nachmittags kaum etwas festes. Wenn die Hausaufgaben früher fertig sind unternehmen wir dann eben etwas. Das nimmt viel Druck raus und alles läuft schon etwas entspannter.

Für mich persönlich ist Struktur trotzdem sehr wichtig und deshalb werde ich auch weiterhin planen. Jedoch habe ich wie gesagt in den letzten Jahren gelernt auch mit unverhofften Situationen gut zurecht zu kommen und das Leben einfach mal spontan zu genießen. Manchmal sind die ungeplanten spontanen Erlebnisse sogar die schönsten. Und wer ein paar spontane Freunde hat kann diese Erlebnisse sogar noch in netter Gesellschaft erleben.

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