Mittwoch, 1. Februar 2017

Deutschland - Land der Egoisten und Regelmissachter

Hallo Ihr Lieben,

ich vertrete ja durchaus die Devise dass eine gesunde Portion Egoismus durchaus wichtig ist. Das meine ich dann jedoch im Bezug drauf, dass man auf sich selbst achten sollte und eben auch an sich denken muss.

Leider habe ich ganz oft das Gefühl, dass viele Mitmenschen in allen Bereichen nur noch an sich denken. Dafür gibt es unzählige Beispiele. Es wird gedrängelt und geschubst, weil jeder der erste sein will, geparkt wo man nichts zu suchen hat, Auto oder Fahrrad gefahren wie man lustig ist.

Ich frage mich wo das noch hinführen soll.

Momentan bin ich, was das Thema Regelmissachtung angeht ziemlich krass drauf. Mich nervt es einfach, dass so viele Mitmenschen der Meinung sind, dass Regeln und Schilder anscheinend für sie nicht gelten. Am meisten nerven mich Fahrradfahrer. Einige Fahrradfahrer werden sich jetzt vielleicht auf den Schlips getreten fühlen, aber lasst mich das erklären. Mich nerven nicht alle Fahrradfahrer. Wie auch? Ist das Fahrrad doch in 80 % der Fälle mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel.Und trotzdem, oder gerade auch deshalb nerven mich Fahrradfahrer, die meinen dass sie fahren dürfen wie sie möchten. Rote Ampel, Einbahnstraße, Durchfahrt verboten - egal, Licht - wer braucht das schon? Ich will da durch und zwar jetzt, also fahre ich einfach.

Heftig sind auch die Fahrradfahrer die meinen sie dürften  auf dem Gehsteig fahren. Das fand ich schon immer blöd, aber nachdem Julian Mitte Dezember von einer Fahrradfahrerin umgefahren und verletzt wurde, sehe ich das noch viel kritischer. Was ist passiert? Julian wollte abends zum Aikido. Das ist 3 Häuser weiter auf der gleichen Straßenseite. Er rannte aus unserer Ausfahrt und wurde von einer Fahrradfahrerin, die verkehrswidrig auf dem Gehsteig fuhr, umgefahren. Mein Kind kam blutend zurück gerannt und als ich die Wunde vom Blut befreit hatte, wurde schnell sichtbar, dass wir ins Krankenhaus müssen. Julian musste mit 4 Stichen unterhalb der Lippe genäht werden. Die Schramme am Auge konnte so verheilen. Die Fäden wurden kurz vor Weihnachten gezogen, aber es ist immer noch nicht ganz verheilt und ihm wird auf jeden Fall eine Narbe bleiben.
Die Fahrradfahrerin kam mit dem Schrecken davon, denn leider war ich so mit meinem blutenden und weinenden Kind beschäftigt, dass ich sie habe weiterziehen lassen ohne ihre Adresse aufzuschreiben oder die Polizei zu rufen. Im Nachhinein ärgere ich mich darüber sehr. Ich kann nur hoffen, dass es ihr ihr Leben lang eine Lehre bleiben wird und sie nicht noch einmal auf dem Gehsteig fährt. 


Leider sind Radfahrer auf dem Gehsteig keine Seltenheit. Viele davon fahren dann auch noch sehr schnell und es ist nur eine Frage der Zeit bis etwas passiert. Es ist auch nicht das erste mal dass es da bei uns kracht. Timo wurde auch schon einmal von einem Fahrradfahrer angefahren, als er bei uns aus der Einfahrt gelaufen ist. Auch hier war der Fahrradfahrer wieder auf dem Gehsteig unterwegs. Damals ist zum Glück nichts passiert. Der Radfahrer hat jedoch auch nicht eingesehen, dass er im Unrecht ist. 
Als ich vor ein paar Tagen die Einkäufe aus dem Auto geladen habe, kam auch wieder einer angebrettert. Dem hab ich dann nen Schrecken verpasst, indem ich so getan habe als würde ich ihm gegen das Rad treten. Er hat nur kurz abgebremst und ist motzend weiter gebrettert. Dem nächsten laufe ich einfach ins Rad und wenn ich mir dabei etwas tue kriegt mein Anwalt Arbeit. 

Warum ist es so, dass sich so viele Leute nicht für Regeln und Schilder interessieren und nur an sich denken? Ist es denn wirklich so schlimm, wenn ich mich an eine Geschwindigkeitsbegrenzung halten oder an der roten Ampel warten muss? Haben die Leute wirklich gar keine Zeit mehr? Muss man als fitter 60jähriger einen Eltern-Kind-Parkplatz blockieren?  Das tun nur Leute, die noch nie auf einem normalen Parkplatz einen Maxi Cosi ins Auto quetschen mussten. Warum muss ich als Erwachsener auf dem Gehsteig mit dem Rad fahren? Kann man eine Einbahnstraße nicht einfach umfahren?

Sicher sind Regeln manchmal nervig, aber sie haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. In meiner Heimatstadt leben knapp 80.000 Menschen. Wenn da jeder machen würde was er will gäbe das ein ziemliches Chaos. 

Etwas mehr Miteinander, weniger Gegeneinander, mehr Rücksicht und Verständnis würde ich mir von meinen Mitmenschen wünschen. Dann wäre die Welt ein klein wenig besser und davon provitieren wir doch alle.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen