Sonntag, 19. November 2017

Handy und Kinder

Hallo Ihr Lieben,

viele Eltern stellen sich irgendwann die Frage wann der richtige Zeitpunkt ist um dem Kind ein Handy zu geben. Wenn es nach den Kids geht sollten sie natürlich sobald wie möglich eines bekommen. Wann der richtige Zeitpunkt ist muss man denke ich, nach verschiedenen Kriterien betrachtet, selbst entscheiden.

Die meisten Eltern von Timo´s Mitschülern waren wie ich der Meinung, dass Kinder noch nicht so bald ein Handy brauchen. Der Großteil hat, genau wie mein Sohn, zum Start der 5. Klasse nun eines bekommen. Ich hatte erst überlegt, ihm ein einfaches Mobiltelefon zu geben. Da jedoch die meisten Klassenkameraden ein Smartphone haben und über What´s App schreiben, bekam er nun mein altes.

Wie soll man den Umgang mit dem Smartphone regeln?

Timo hat das Handy nun seit knapp 3 Monaten und gleich zu Anfang habe ich mich gefragt, ob die Entscheidung richtig war. Da wurde mit dem Sohn unserer Mieter über What´s App kommuniziert, obwohl man einfach an der Tür hätte klopfen können. Einer seiner neuen Klassenkameraden macht ständig Videoanrufe und seine Stimme schallt dann laut durchs Haus. Es wird wahnsinnig viel Unsinn geteilt.

Timo hat gleich verschiedene Gruppen in What´s App erstellt. Das kann eine sehr praktische Sache sein, auch ich habe einige What´s App Gruppen und viele davon sind sehr hilfreich. Wie ich jedoch festgestellt habe, muss Timo da noch viel lernen. Ich habe mich mit einigen anderen Müttern unterhalten, deren Kinder nun auch seit kurzem ein Smartphone haben und konnte feststellen, dass es denen nicht anders geht als mir. Die Handys ihrer Kinder bimmeln ununterbrochen und so haben viele beschlossen, dass es das Handy nur noch zu bestimmten Zeiten gibt.

Bei uns ist das ebenfalls so. Timo hat sein Handy ausgeschaltet im Schulranzen dabei. Da er mit dem Fahrrad unterwegs und der Schulweg doch etwas länger ist, ist mir einfach wohler wenn ich weiß, dass er mich jederzeit anrufen kann falls etwas ist. Jeden Tag, wenn er seine Stunde Medienkonsum hat, darf er sein Handy anschalten. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Regelung sinnvoll ist. Oft ist er dann doch etwas überfordert. Einerseits will er auf dem Tablet spielen, andererseits möchte er auch What´s Appen. Er hatte vor kurzem einige Tage aus, weil er Zockverbot hatte. Das hatte zur Folge, dass mein Sohn über 1.000 ungelesene What´s App Nachrichten hatte als er es wieder einmal einschalten durfte.

Soviele Gefahren im Internet

Was mir auch Sorgen macht ist, was da alles geteilt wird. Viele teilen You Tube Videos. Nicht alle davon finde ich für 10 - 12jährige geeignet. Vor ein paar Tagen erhielt ich von einer Schulfreundin von Timo eine Nachricht mit einer Abofalle. Ich habe ihr dann, als ich die Nachricht 3 Stunden später gelesen habe, gleich geschrieben, dass sie sowas bitte nicht teilen darf. Timo hatte die gleiche Nachricht bekommen, sie aber zum Glück noch nicht angesehen. Ich habe mich dann zusammen mit ihm hin gesetzt und ihm das Problem mit solchen Nachrichten versucht zu erklären. Seine Freundin hatte die Nachricht natürlich in 2 Gruppen bereits geteilt und ich habe dort Warnungen geschrieben, dass sie bitte niemand anklicken soll. War natürlich schon zu spät. Timo hatte diesen Kettenbrief mit Abofalle bereits von mehreren Mitschülern nochmal erhalten. Ich habe diese Nachrichten alle gelöscht, damit er nicht aus Versehen doch noch drauf klickt. Die Drittanbietersperre ist zwar bei dieser Sim-Karte aktiviert, aber sicher ist sicher.

Wie verhindert man, dass die Kinder Sachen teilen, oder erhalten, die eigentlich nicht für sie geeignet sind? Wie bringe ich meinem Sohn bei, bei welchen Nachrichten er aufpassen muss?

Ich denke, die einzige Möglichkeit, einem heranwachsenden den richtigen Umgang beizubringen ist 1. mit gutem Beispiel voranzugehen und 2. muss man miteinander reden.

Es gibt genug Erwachsene die sich nicht auskennen, unbedacht irgendwelche Links anklicken und sich dann Viren, Spyware oder sonstiges einfangen. Warum sollte es da bei Kindern nicht passieren? Man muss die Kinder aufklären. Timo habe ich gesagt, worauf er achten muss und dass er mich lieber fragen soll, bevor er irgendwelche Links anklickt. Ob er das natürlich macht, weiß ich jetzt noch nicht. Meine Kinder spielen schon seit längerem Spiele auf ihren Tablets. Dort ist die Gefahr jedoch nicht so groß, da sie über diese Geräte mit anderen nicht kommunizieren.

Beim Smartphone weiß man nie, was die Kinder von anderen geschickt bekommen. Und ich möchte auch nicht heimlich im Handy meines Sohnes rum schnüffeln. Das wäre meiner Meinung nach ein sehr großer Vertrauensbruch. Ich habe jedoch die Sicherheitseinstellung so gut es ging aktiviert. Ein aktueller Virenscanner ist auch installiert.

Vielen von Timos Freunden habe ich auch schon gesagt, dass sie mit mir Ärger bekommen, wenn sie Timo filmen oder fotografieren und diese Bilder dann ins Internet stellen. Denn auch das ist meiner Meinung nach ein nicht gerade unerhebliches Problem. Meine Kinder haben vor einiger Zeit draußen mit den Nachbarskindern Quatsch gemacht und der Sohn vom Nachbarn hat das ganze gefilmt. Was die Kinder in dem Moment vielleicht noch ganz lustig finden, kann irgendwann mal Pulver für Mobbingangriffe sein. Eine Schulfreundin von Timo hat z. B. vor einem Jahr Videos auf YouTube veröffentlicht. Mit Erlaubnis ihrer Mutter wohlgemerkt. Ich hab mir die Videos angesehen und kann nur hoffen, dass sie das nicht in 5 Jahren zur Lachnummer macht. Kinder sollten keine Bilder oder Videos im Internet veröffentlichen. Die machen sich da einfach noch keine Gedanken über die Konsequenzen.

Ich bin noch auf der Suche nach einer passenden Software, die es mir erlaubt mehr Kontrolle darüber zu haben was Timo darf und was nicht.  Bis die drauf ist muss ich einfach hoffen, dass meine Gespräche mit Timo gefruchtet haben und er halbwegs vernünftig mit seinem Smartphone umgeht. Momentan ist es für ihn einfach noch mehr Spielzeug als Kommunikationsmittel. Mal schauen wie das so weiter läuft.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen