Montag, 4. Dezember 2017

Kinder und Geld

Hallo Ihr Lieben,

Geld ist ja für viele ein Thema über das man nicht spricht.

Aber wenn man Kinder hat, sollte man mit denen durchaus über Geld sprechen. Ich bin da sehr offen und sage meinen Kindern, wenn es mal etwas knapp wird. Von meinen Eltern bin ich zur Sparsamkeit erzogen worden und dafür bin ich ihnen heute sehr dankbar. Es gab schon öfter Monate in denen das Geld knapp war, aber die konnte ich immer problemlos überwinden und ich habe auch immer einen guten Notgroschen zur Verfügung.

Umgang mit Geld muss man lernen!
Als Kind gehörte ich ehr zu denen die ihr Taschengeld gleich ausgegeben haben. Zumindest soweit ich mich erinnern kann. Erst als ich älter wurde fing ich dann mit dem sparen an. Da hat man dann auch schon ehr größere Ziele, wie bei mir damals der 125er Führerschein und eine Maschine dazu.

Bei meinen Kindern ist das auch ganz unterschiedlich. Timo bekommt am ersten des Monats 20 Euro Taschengeld, Julian jedes Wochenende 3 Euro. Mein Großer hat das Geld meistens kaum in der Hand und ist schon unterwegs in die Innenstadt um sich Lego oder andere Spielsachen zu kaufen. Julian packt das Geld in den Geldbeutel oder aktuell ins Sparschwein. Er spart gerne mal auf ein größeres Legoset und momentan spart er in die Spardose, weil er sich einmal einen Lamborghini kaufen möchte. Große Ziele für einen 9jährigen. Ich werde ihn wo es geht unterstützen.


Vorleben und erklären!
Wir unterhalten uns häufiger über Geld. So wissen meine Kinder, z. B. dass ich das Geld, welches ich für den Verkauf ihrer gebrauchten Spielsachen erhalte, für Ausflüge verwende. Schließlich sind bei einem Besuch im Freizeitpark schnell 100 - 150 € weg. Sie wissen inzwischen auch, dass das Geld nicht einfach so aufs Konto kommt. Einer meiner Söhne hat vor ein paar Jahren mal zu mir gesagt: "Mama, ich hab es nicht so gut wie du und kann einfach am Automaten Geld holen!" Klar, Kinder sehen nur, dass man zum Automaten geht und Geld holt, oder an der Kasse im Supermarkt mit der Karte bezahlt. Wie das Geld aufs Konto kommt und dass es keines mehr gibt, wenn das Konto leer ist, muss man ihnen erst erklären. Sätze wie "Geld gibts bei der Bank" oder "Geld ist zum ausgeben da" die sie von ihrem Vater hören sind da nicht gerade förderlich. Inzwischen haben sie es aber geschnallt, dass die Mama mit Geld besser umgehen kann als der Papa.

Kein Kredit!
Ich halte auch nichts von der Philosophie, dass man sich eben einen Kredit bei der Bank holt wenn man etwas haben möchte. Was ich nicht bezahlen kann brauche ich nicht. Schluss aus. Einzige Ausnahme war damals der Hauskauf. Aber die Finanzierung habe ich spätestens Ende 2019 abgeschlossen und bin dann schuldenfrei. Auch meine Kinder bekommen von mir keinen Kredit. Wenn sie sich etwas größeres kaufen wollen müssen sie eben dahin sparen. Gleich kaufen und dafür im nächsten Monat kein Taschengeld bekommen kommt bei mir nicht in Frage.


Manches ist eben nicht möglich!
Kinder müssen auch lernen, dass man nicht immer alles haben kann. Klar haben Kinder viele Wünsche. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit wird man ja wieder mit Spielzeugkatalogen und Prospekten geradezu überschüttet. Timo hat Anfang Dezember Geburtstag und auch diese Wünsche wurden mehrfach geändert. Wenn der Geburtstag dann vorbei ist, werde ich noch einmal fragen, ob die Weihnachtswünsche gleich geblieben sind. Wenn es nach den Kindern geht würden sie ganz viele und vor allem ganz teuere Geschenke bekommen. Ich habe ihnen, da sie inzwischen wissen dass es das Christkind nicht gibt, gesagt, wo der preisliche Rahmen für die Geschenke jeweils liegt. Sie wissen also, wie teuer die Geschenke sein dürfen die sie sich von ihren Großeltern, ihrer Tante, der Urgroßmutter und mir wünschen. Ob es vom Papa etwas gibt steht in den Sternen. Letztes Jahr gab es nichts, obwohl er den Kindern sogar gesagt hat, was sie von ihm kriegen. Aber gut, da haben die Kinder schon wieder mal gelernt, wie wichtig es ist mit Geld umgehen zu können.
Wenn die Kinder ein Geschenk haben, welches teurer ist, kann man sich das auch zusammen von mehreren Schenkern wünschen. Da ich die Geschenke koordiniere ist das gar kein Problem.

Aber nicht nur zu Weihnachten oder zum Geburtstag haben die Kinder Wünsche. Meine Kinder sind zum Glück sehr genügsam. Wenn ich mir da Freunde von Ihnen anschaue, wird es mir manchmal ganz anders. Ein Freund muss unbedingt die neuesten Nike Air haben und er will auch unbedingt ein neues Smartphone. Seines ist ja schließlich schon knapp 4 Monate alt und kein bekanntes Markengerät Er sieht nur, dass andere in der Klasse andere Sachen haben und will die dann auch. Meine Jungs sind da nicht so. Haben sie wahrscheinlich von mir. Völlig egal welche Marke da drauf steht. Funktionieren müssen die Sachen. Ich würde nie 100 Euro für ein Paar Snickers ausgeben. Damit kann ich auch nur laufen. Außerdem wissen meine Kinder, dass ich da nicht nachgebe. Wenn sie solche Sachen haben wollen müssen sie sich die vom Taschengeld kaufen.

Jeder handhabt das anders.
Die Mutter eines früheren Klassenkameraden von Timo hat mal zu einer Freundin von mir gesagt, dass sie es sich halt leisten können und ihr Sohn deshalb alles bekommt was er will.
Für mich ist das keine finanzielle Frage. Ich könnte meinen Kindern auch problemlos Schuhe für 100 Euro, die neueste Spielekonsole oder das aktuellste iPhone kaufen. Will ich aber nicht. Das hat mehrere Gründe.

Erstens würde ich mir selbst diese Sachen nicht kaufen, weil ich es wie gesagt nicht einsehe. Mit einem 1.000 Euro teuren Smartphone kann ich auch nichts anderes machen als mit einem für 200 Euro und Schuhe die 100 Euro kosten sind auch nicht unbedingt besser als ein Paar für 40.

Zweitens finde ich eben, dass Kinder auch lernen müssen, dass sie nicht immer alles bekommen können. Man muss lernen auch mal auf etwas zu warten. Ich denke wenn Kinder immer alles gleich bekommen was sie möchten, sehen sie den Wert der Dinge gar nicht.
Meine Jungs müssen z. B. auch Sachen die sie absichtlich kaputt gemacht haben, von ihrem Taschengeld ersetzen. Timo hatte mal eine Phase in der er seine Radiergummis immer zerschnitten hat. Ich hab es dann einfach nicht mehr eingesehen dauernd neue zu kaufen und er musste das selbst tun und sie auch bezahlen. Immerhin sind 50 Cent bei 2 Euro Taschengeld eine ganze Menge.

Drittens finde ich, dass Kinder auch lernen müssen, dass mit unseren Ressourcen sparsam umgegangen werden muss. Für die Umwelt ist es schließlich auch nicht gerade gut, wenn jedes Jahr ein neues Smartphone, eine neue Konsole oder sonstiges her muss, nur weil sie nicht mehr in sind und die alten Sachen dann weg geworfen werden. 

Schon viel gelernt!
Meine Kinder  sehen das wie gesagt auch ein. Timo hat mein altes Smartphone bekommen und ist glücklich damit. Auch die gekauften Snickers findet er toll. Sicher möchten sie  immer wieder mal etwas neues, aber sie sehen es auch ein wenn sie es nicht bekommen. Oder wir machen es so, wie dieses Weihnachten. Die Kinder bekommen beide zusammen eine Nintendo Switch. Jeder darf sich noch ein Spiel dazu aussuchen und das war es dann. Die Switch wird ein Gemeinschaftsgeschenk von meinen Eltern, meiner Schwester, meiner Oma und mir und sonst gibt es nichts weiter. Jeder von der Verwandschaft steuert dazu was er möchte und ich zahle den Rest drauf. Dann gibt es eben nur ein Weihnachtsgeschenk, aber dafür ein teueres. Die Kinder sind inzwischen alt genug um zu begreifen, dass 400 Euro viel Geld sind.

Alles in allem haben meine Kinder denke ich schon einiges gelernt. Klar, kaufen sie sich vom Taschengeld auch immer mal irgendwelchen Unsinn, oder sie stellen ein paar Tage nachdem sie ihr ganzes Geld ausgegeben haben fest, dass sie doch lieber etwas anderes gehabt hätten. Das gehört zum Lernprozess dazu. Ich kann nur hoffen, dass ich es schaffe meinen Kindern den richtigen Umgang mit Geld genauso gut beizubringen wie meine Eltern. Dann weiß ich, dass sie den finanziellen Aspekt in ihrem Leben später einmal im Griff haben werden.

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