Dienstag, 10. April 2018

Mal auf sich selbst stolz sein

Hallo Ihr Lieben,

wahrscheinlich kennt jeder den Spruch "Eigenlob stinkt". Aber sind wir mal ehrlich. Manchmal müssen wir uns selbst vor Augen führen, was wir eigentlich so alles leisten.

Jeder von uns meistert sein Leben. Die einen haben es schwerer, die anderen leichter. Aber wir alle haben unser Päckchen zu tagen. Es gibt oft Tage an denen ich zurück blicke und mich frage, wie ich manche Situationen meistern konnte. Wenn ich heute eine Mutter mit einem kleinen quengeligen Kind sehe stelle ich fest, dass ich dafür heute wohl keine Nevern mehr hätte. Wie habe ich das früher gemacht? Beide Kinder haben erst nachts richtig durchgeschlafen als sie 1 1/2 waren. Jetzt bin ich schon nach einer Nacht  in der ich schlecht geschlafen habe völlig fertig.

Als ich mich getrennt habe, waren meine Jungs 1 1/2 und 4 1/2 jahre alt. Das war keine einfache Zeit, aber ich habe es irgendwie geschafft. Gerade ist es auch wieder sehr nervenaufreibend. Ich bin oft völlig fertig und weiß nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ein Termin jagt den nächsten, nebenbei Arbeit, Haushalt und ganz viel lernen. Abends wenn die Jungs in ihren Zimmern sind, bin ich meistens wie erschlagen. Aber trotzdem macht man irgendwie weiter. Man beißt die Zähne zusammen und tut sein bestes.

Immer neue Herausforderungen

Dieses Jahr hat es einfach in sich und auch die letzten Wochen waren wirklich heftig, denn neben dem normalen Alltagswahnsinn steht ja auch noch die Renovierung der Mietwohnung an. Das Projekt kostet mich wahnsinnig viel Nerven und Kraft und immer wenn ich denke jetzt wird es besser kommt der nächste Dämpfer. Am letzten Sonntag hatten wir dann noch Julians Kommunion. Da wir nur zu neunt waren, habe ich beschlossen, wie schon bei Timo damals, zu Hause zu feiern. Das bedeutete am Samstag Kuchen backen, Tisch vom Dachboden holen, Wohnung vorbereiten und putzen, zur Probe fahren und und und.

Sonntag war dann der große Tag und es hat zum Glück alles super geklappt. Julian hatte einen sehr schönen Tag und das ist ja die Hauptsache. Abends habe ich mit einer sehr lieben Freundin gechattet. Sie hat gefragt wie es war und ob alles gut gelaufen ist. Als ich geantwortet habe, dass alles bestens lief. Kam von ihr folgende Antwort: "Ach super - das freut mich. Besonders, dass du´s alles ganz alleine hingekriegt hast. Und zwar schon zum zweiten Mal!"
Das war für mich ein tolles Lob. Denn mal ehrlich. Wie oft bekommt man denn gesagt, dass man das super gemacht hat? Klar, hat sich der Besuch für die Einladung bedankt und meine Oma hat auch geschwärmt, dass das Essen lecker war. Aber niemand hat so wirklich die ganze Arbeit gewürdigt die dahinter steckt.

Heute hat mir dann eine andere liebe Freundin ihren Respekt ausgeprochen, weil ich das mit der Renovierung so wuppe.  Da wurde mir mal wieder bewusst, dass es wirklich nicht gerade wenig ist was ich im Moment leiste. Man selbst sieht eigentlich am Besten was für Arbeit dahinter steckt. Wobei ich sagen muss, dass sogar meinen Kinder inzwischen immer häufiger auffällt was ich so mache. Julian hat vor kurzem gesagt, dass ich mir den Wellnessurlaub den ich demnächst mit ein paar Freundinnen machen werde wirklich verdient habe nachdem ich so geschuftet hab. Aber auch wenn man selbst seine Leistung sieht, so lobt man sich doch zu wenig dafür. 

Was ist schlimm daran wenn ich mal selbst zu mir sage:


Super Manu, wie toll du
  • deine Arbeit machst!
  • den Haushalt wuppst!
  • deine Finanzen im Griff hast!
  • deine Kinder erziehst!
  • Feiern planst und organisierst!
  • die Renovierung in die Hand nimmst!
  • dir Zeit für deine Freundinnen nimmst!
  • deinen Kindern tolle Erlebnisse ermöglichst!
  • Entscheidungen triffst und dazu stehst! 
  • trotz all dem Scheiß den Mut nicht verlierst und dein positives Gemüt behältst!
Und vor allem. Sei stolz auf dich! Du machst das alles alleine. Da ist kein Mann der dich unterstützt, kein Exmann der dir bei Entscheidungen hilft und sich für das Leben der gemeinsamen Kinder interessiert, kein Freund bei dem du dich abends anlehnen und ausheulen kannst.  

Aber halt! Ganz alleine?

Das ist eigentlich auch nicht ganz richtig. An dieser Stelle muss ich mich mal bei meinen Freudinnen bedanken. 
  • Die sich mein Gejammer anhören, wenn ich gerade einfach nicht mehr kann. 
  • Die mich unterstützen wo sie können. 
  • Die mir Halt geben. 
  • Die mich zwischendrin fragen wie es mir geht und eine ehrliche Antwort erwarten. 
  • Die für mich zusammenlegen und ein Zimmer im Wellnesshotel buchen, weil es ihnen wichtig ist dass ich dabei bin und sie wissen dass es für mich finanziell gerade schwierig machbar wäre. 
  • Die mich einfach mal in den Arm nehmen. 
  • Die einfach mal vorbei kommen.
  • Die sich Zeit für mich nehmen.
  • Die mich aus der Wohnung zerren wenn ich es brauche.
  • Die mich schimpfen wenn ich es nötig habe.
  • Die mich loben, weil sie wissen wie gut es tut und dass man das auch einmal braucht. 
Vielen Dank an meine beiden Christines, Jasmin, Silke, Katrin und Petra! Ihr seid mir eine große Stütze und habt einen wichtigen Platz in meinem Leben eingenommen. Ohne euch wäre ich bestimmt schon öfter zusammen gebrochen. Ich hab euch lieb!

Ich für meinen Teil habe mir vorgenommen mir öfter mal selbst auf die Schulter zu klopfen, aber das auch bei anderen zu tun. Die Kinder lobt man schon für Kleinigkeiten. Wir sollten auch öfter den Menschen in unserem Umkreis sagen wenn wir von ihnen und ihren Leistungen beeindruckt sind. Denn wie heißt ein anderer Spruch? 

"Wie man in den Wald hineinruft so schallt es wieder raus!"😉

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